k10 redaktion

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Kunstpreise 2019 348Ingolstadt | Werner Kapfer und Markus Jordan werden mit dem Kunstpreis bzw. dem Kunstförderpreis der Stadt Ingolstadt ausgezeichnet. Entsprechend dem Vorschlag der Kultur- und Kunstpreiskommission der Stadt Ingolstadt hat der Stadtrat entschieden den mit 6.000 Euro dotierten Kunstpreis 2019 an Werner Kapfer und den mit 3.000 Euro dotierten Kunstförderpreis 2019 an Markus Jordan zu verleihen. Die Mitglieder des Stadtrates haben den beiden Vorschlägen in der Sitzung am 25. Juli zugestimmt. Der Kunstpreis und der Kunstförderpreis werden im Herbst 2019 überreicht werden.

 

Werner Kapfer

Jahrgang 1950, lebt und arbeitet in Ingolstadt. Neben der Malerei arbeitet er im Bereich Grafik und entwickelt Konzepte. Er studierte Kunsterziehung in München und nahm an Ausstellungen im In- und Ausland mit Werkreihen wie „Farbfeldpoesie“, „Klangfelder“ „Horizonte“ oder „Farbmodule“ teil. Die Entstehung der „Klangfelder“ wurde vom Bayerischen Fernsehen dokumentiert und in Zusammenarbeit mit dem Museum für Konkrete Kunst in Ingolstadt gezeigt. Mit der Reihe „Horizonte“ schlug er neben Malerei und Lithografie auch das Kapitel digitaler Medien auf. Die Arbeiten von Werner Kapfer sind in öffentlichen und privaten Sammlungen und Einrichtungen vertreten.
Im Jahr 2016 gewann Werner Kapfer mit seinem Entwurf „Farbchromatik Sommertag“ den Kunstwettbewerb für die Gestaltung einer Wand im neuen Sportbad. Das Werk stellt eine Verbindung zwischen der Architektur und dem nahen Glacis her, das sich im Westen an die Schwimmhalle anschließt. Das Mosaik spielt mit den Farben sonnendurchfluteten, grünen Laubes und den Spiegelungen im Wasser. Gelbe und grüne Farbtöne setzen einen warmen, sonnigen, energiereichen Akzent in der Schwimmhalle, die sonst eher kühl - weiß, grau, blau, Edelstahl, Glas - gehalten ist. Der Sommertag hat die Kraft, in der gesamten, großen Schwimmhalle nicht nur sichtbar zu sein, sondern auch Wirkung zu entfalten.

Werner Kapfer ist seit Juni 2015 Vorsitzender des Berufsverbandes Bildender Künstler Oberbayern Nord. In seiner Zeit sind neue, gemeinsame Veranstaltungen wie der Kunst-Neujahrsempfang entstanden, das Kunst-Kaufhaus in der Ludwigstraße oder das spektakuläre Kunstprojekt "occupied" im Abrißhaus in der Stargader Straße. Kapfer ist Gründungsmithlied des kreativwirtschaftlichen Interessensverbandes Neue Sicht, Mit-Initiator von Achtung Kultur.

 

www.werner-kapfer.de

Farbchromatik Sommertag | Werner Kapfer | Kunst am Bau im Sportbad

Making of ... Sommertag

 

 

kunstpreise jordan

Markus Jordan

1970 in Ingolstadt geboren. Lebt und arbeitet in Ingolstadt. Er setzt sich seit 1996 mit den verschiedensten Aspekten des Lichtes im künstlerischen Sinn autodidaktisch auseinander. Er hat von 1997 bis 2001 eine Ausbildung als Schilder- und Lichtreklamehersteller absolviert und das Spektrum seiner Material- und Fertigungstechniken erweitert. Seit 2002 ist er selbstständig mit einem Atelier in Ingolstadt. Jenseits der Lichtkunst existiert noch die Leidenschaft für kuriose Fahrradkonstruktionen. Auch seine Eisskulpturen sind den Ingolstädtern bestens bekannt.
Im vergangen Jahr besuchten zahlreiche Bürgerinnen und Bürger seine Ausstellung „Das Labor. Retrofuturistische Visionen“ in der Galerie im Stadttheater Ingolstadt. Die Fortsetzung „Das Labor II“ war ab Mitte Mai dieses Jahres zu sehen. Markus Jordan ist Mitbegründer des Freien Kunst- und Kulturzentrums KAP 94, hat mitgwirkt bei großen Kunstevents wie Lichtstrom-Festival 2014.

 

jordanoptix.de

Markus Jordan | Das Labor. Retrofuturistische Visionen

Künstlerkollektiv eröffnet freies Kulturzentrum Batterie 94

Lichtinstallation Markus Jordan | Im neuen Schlosshof

348neuesicht schwarzott krugspergerIngolstadt | Der Verein Neue Sicht, die neue Plattform der Kultur- und Kreativschaffenden in und um Ingolstadt, startet seine Veranstaltungsreihen. Los geht es mit einem Workshop rund um die PR: „Tue Gutes - und rede darüber!“ heißt es, wenn der Journalist Martin Schwarzott gemeinsam mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen erarbeitet, wie sich mit einfachen Mitteln über die klassischen Medien und das Netz Aufmerksamkeit gewinnen lässt. Termin ist am Mittwoch, 26. Juni von 18 bis 21 Uhr im Studio Famos, Harderstraße 22 in Ingolstadt.

Am gleichen Ort treffen sich Mitglieder und Interessierte am Donnerstag, 4. Juli zum ersten Mal im Rahmen des Formats „Neue Sicht meets…“ um 19 Uhr zum Kennenlern- und Sommerfest. Neue Sicht hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Potenzial der Kultur- und Kreativschaffenden sichtbar zu machen: Der Verein vertritt deren Interessen und gestaltet aktiv mit. „Workshops sind dabei ein wichtiges Element - mit zwei Zielen“, sagt Sigrid Diewald, Initiatorin und Vorsitzende von Neue Sicht. „Unsere Mitglieder bekommen wertvolle Impulse, aus unseren Reihen und auch von externen Referenten, und nebenher können sie sich intensiv vernetzen.“

Die Workshopreihe geht weiter mit einem Fotoworkshop am Dienstag, 2. Juli. Von 17 Uhr bis 20.30 Uhr erläutert die Fotografin Christine Olma in ihrem Studio an der Gerolfingerstraße 106 (Eingang Untergeschoss, Gebäuderückseite) „Was ihr schon immer über Fotografie wissen wolltet…“ Gedacht ist der Workshop für alle, die hin und wieder selbst fotografieren und Unterstützung für schwierige Situationen benötigen.

Als Bottom-up-Initiative vor zwei Monaten gegründet, ist Neue Sicht Ansprechpartner für alle kreativen Belange in der Region. Intern vernetzt Neue Sicht die Kultur- und Kreativschaffenden, extern sucht der Verein das Gespräch auf Augenhöhe - mit Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Um die Kultur- und Kreativwirtschaft zu stärken, richtet der Verein den Fokus auf Fördern und Vernetzen.

Die Anmeldung für den PR-Workshop und den Foto-Workshop ist über Facebook/NeueSicht zum Selbstkostenpreis von 10 € für Mitglieder und 30 € für Nicht-Mitglieder möglich, die Anmeldung für das kostenlose Kennenlern- und Sommerfest ebenfalls - es gibt ein gemeinsames Buffet, Getränke und Essen bitte selbst mitbringen.

Kunst im Treppenhaus 348swIngolstadt | Für eine Wohnbaugesellschaft gibt es gute Gründe ihre Immobilien hochwertig zu gestalten. Die GWG hat neben ihrem wirtschaftlichen und sozialen Auftrag auch einen ökologischen und baukulturellen Anspruch für sich festgelegt. Dazu gehört die Architektur, ein grünes und ökologisch wertiges Umfeld und auch Kunst am Bau. Sie gewinnt damit Lebensqualität für ihre Bewohner*innen und diese können sich positiv mit „ihrem“ Haus identifizieren. Die Kunstschaffenden werden gezielt unterstützt, sie können den Menschen und deren Lebensmittelpunkten Atmosphäre und Einmaligkeit geben, sie schaffen prägende Orte im Stadtbild und Bilder für unsere Erinnerungen. Für die Menschen und die Stadt ist es eine Visitenkarte. Die GWG habe sich für diese Kunst vor Ort-Treppenhäuser, wie übrigens auch bei den ökologischen Projekten, vorher juristisch beraten lassen. „Man weiß ja nie …“ räumte Peter Karmann beim Ortstermin lachend ein. Künstler oder Bienenblühwiesen können eben durchaus auch ein Wagnis sein.

Ich bin selbst in einem Wohnblock aufgewachsen. Direkt am Luitpoldpark in Ingolstadt. Es war herrlich. Wenn ich heimkam, musste ich in den mittleren der drei Hauseingänge, den mit dem Fischer. Auf einer Fassadenmalerei über „meiner“ Haustür stemmte sich der Fischer schwer und mit Pathos gegen das Gewicht seines vollen Fangnetzes. Über den anderen Hauseingängen ähnliche Motive aus der Welt der Bauern und Jäger. Ich meine sogar, dass mein Fischer die Stimmung wechselte, mal fröhlich aussah, mal angestrengt oder angstvoll – je nachdem wohl, was ich selbst gerade aus der Schule mit heimbrachte. Später fiel mir auch die Farbgebung auf, der Fischer in Blautönen, der pflügende Bauer vom Nebenhaus erdig, Waldmotive grünlich. Noch etwas später, fand ich das alles sehr weit weg vom - mindestens ebenso anstrengenden - 70er-Jahre-Alltag einer Jugendlichen in Ingolstadt.

Kunst im Treppenhaus ...

Der Fischer kam mir wieder in den Sinn, als für die Wohnblocks an der Niemeser- und Schillerstraße die Treppenhausgestaltung „Kunst vor Ort“ vorgestellt wurde. Die Gemeinnützige Wohnbaugesellschaft (GWG) hatte einen Wettbewerb ausgeschrieben, um 15 ihrer frisch sanierten Treppenhäuser mit zeitgenössischer Kunst zu gestalten. 30 Künstlerinnen und Künstler des Berufsverbandes bildender Künstler BBK Ingolstadt/Obb. Nord hatten sich ausführlich mit der Situation vor Ort beschäftigt und Entwürfe eingereicht. Die Auswahl der Jury wurden jetzt im Mai bei einem Ortstermin bekannt gegeben. Durch die künstlerische Wand- und Fenstergestaltung der Treppenhäuser sollten sich die Gebäude in unterschiedliche kleine Kunstwerke verwandeln, so Peter Karmann, der Geschäftsführer der GWG. Sie würden so nicht nur zu einem schön gestalteten Ort der Begegnung mit den Nachbarn, sondern auch zur Begegnung mit zeitgenössischer Kunst.

... dann klappt's auch mit den Nachbarn

Werner Kapfer, Vorsitzender des BBK, betonte, die Aufgabe, Wohnblocks mit vielen verschiedenen Nachbarn, künstlerisch gestalten zu können und die „Kunst vor Ort“ zu bringen, sei auch für die Künstlerinnen und Künstler eine wichtige Herausforderung. Kunst könne die Menschen berühren, so Kapfer, und die Begegnung mit ihr solle daher möglichst auch im Alltag erlebbar sein. Kunst müsse zu den Menschen. Dieser soziale Moment bewege ihn als Künstler sehr. „In einer Zeit wo die Gefahr da ist, dass die Gesellschaft auseinanderfällt, kann Kunst etwas Verbindendes schaffen.“ Natürlich nur, wenn man sie auch erleben kann. Die Mieter werden während der Realisierung der Kunstprojekte sicher auch die Künstlerinnen und Künstler persönlich kennenlernen. Sie werden vielleicht selbst ein Teil des Kunstwerks werden. Sie könnten erfahren, dass Werke „ihres“ Künstlers von Museen gekauft und ausgestellt wurden oder dass eine Künstlerin auch in einem Wohnblock der GWG aufwuchs. Wir dürfen also gespannt sein. Vorfreude auf die erste Vernissage im Treppenhaus. Schillerstraße 70.   Petra Kleine

www.gemeinnuetzige.de

Diese Künstlerinnen und Künstler wurden ausgewählt. 2019 werden Brigitte Schuster (Schillerstr. 70), Karin Roth (Schillerstr. 68) und Hanni Goldhardt (Niemeser Str.6) ihre Arbeiten umsetzen.

Alexandra Fromm (Keramik), Bodo Rott (Malerei), Brigitte Schuster (Glaskunst), Fredrik Lindqvist (Malerei), Hanni Goldhardt (Malerei), Hans Dollinger (Keramik), Jürgen Schulze (Glasmalerei / Folien), Karin Roth (Farbstreifen), Leonore Weiss (Malerei, Natur, Prozesse), Norbert Zagel (Gedichtplatten an Treppenunterseite) , Reinhard Dorn (Fußballtreppenstufen), Stefan Wanzl-Lawrence und Susanne Pohl (Zeichnungen), Tatjana Lee & Patricia Petapermal (Lentikularbilder & Handschrift), Thomas Neumaier (Treppenhausmuseum), Werner Kapfer (Farben & Piktogramme).

www.bbk-ingolstadt.de

Ortstermin

348logo nsIngolstadt | Neue Sicht e.V. lädt ein zur Auftaktveranstaltung am 8. April um 19 Uhr im Altstadttheater. Neue Sicht e.V. vernetzt die Kulturschaffenden und die Kreativen in und um Ingolstadt, macht ihr Potential sichtbar, vertritt ihre Interessen und gestaltet aktiv mit.

Eingeladen sind alle, die sich für den neuen Verein interessieren, aber im Besondern natürlich die Kreativen der Stadt und der Region 10 rund um die Städte Eichstätt, Neuburg, Pfaffenhofen, Schrobenhausen.

Am Auftaktabend werden die Inhalte und Vereinstätigkeiten vorgestellt, Veranstaltungsformate und auch die Ziele des Vereins. Begrüßen werden sie der Vorstand, Sigrid Diewald, Sabrina Wobker, Helene Brem-Keil, die Gründungsmitglieder, sowie Kevin Reichelt der durch den Abend begleiten wird. 

Der Kreativmarkt unterteilt sich in folgende Bereiche: Buch-, Architektur-, Presse-, Werbe-, und Kunstmarkt, sowie Film-, Musik-, Rundfunk-, Designwirtschaft, als auch Software- | Games- Industrie und Markt für darstellende Künste.

 

 Unten die Bilder vom Abend. Neue Sicht voraus!

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: © Petra Kleine

 

348 20minmax Julie BoehmIngolstadt 20minmax 2019 holt die Welt des Kurzfilms wieder nach Ingolstadt, inzwischen zum 13. Mal. Über 2500 Einreichungen kamen weltweit – von Neuseeland bis Jordanien. Vom 29. März bis 6. April werden nun die Besten der Besten gezeigt und vom Publikum oder einer Jury nochmal aisgewählt und prämiert.

Auch das Highlight der letzten Festivaljahre kommt wieder: „A Wall is a Screen“, der cineastische Stadtrundgang, startet am Samstag, dem 30. März um 20:15 Uhr vor dem Stadttheater. Bei jedem Wetter!

Am Tag davor, am Freitag, 29. März, beginnt die 13. Ausgabe des Internationalen Kurzfilmfestivals 20minmx um 20:00 Uhr in der Werkstattbühne des Stadttheaters mit dem Süd-Preis für den besten Film aus dem Süden Deutschlands.Eintritt frei! Das Publikum wählt aus fünf Kurzfilmen den Preisträger des „Southern Film Award“. Im Anschluss zeigt ein Sneak Preview Highlights der Festivalwoche.

Und ab dann dreht sich in Ingolstadt acht Tage lang alles um Kurzfilme, im KAP94, im MKK, im Audi Programmkino und in der Werkstattbühne. Viele internationale Gäste reisen an, um die Aufführung ihrer Filme mitzuerleben und freuen sich auf das Ingolstädter Publikum.

Höhepunkt und Abschluss ist die Preisverleihung im Kulturzentrum neun mit allen preisgekrönten Filmen und zahlreichen internationalen Gästen.

Infos und Tickets unter 20minmax.com.


Veranstaltungen 20minmax 2019

29. März, 20:00 Uhr, Werkstattbühne im Stadttheater
20minmax Festivaleröffnung
Süd-Preis und Sneak Preview
Eintritt frei

30. März, 20:15 Uhr, Theatervorplatz
A Wall is a Screen
Cineastischer Stadtrundgang
Eintritt frei

31. März, 17:00 Uhr, MKK
20minmax Vernissage
Kunst- und Experimentalfilme
Eintritt 5 €

31. März, 20:00 Uhr, KAP94, Jahnstr. 1a
Weird Movies Night 2019
Eintritt: 5 €, Abendk. 6 €

1. April, 20:00 Uhr, Audi Programmkino
20minmax Kurzfilmwettbewerb #1
Eintritt: 5 €

2. April, 20:00 Uhr, Audi Programmkino
20minmax Kurzfilmwettbewerb #2
Eintritt: 5 €

3. April, 20:00 Uhr, Audi Programmkino
20minmax Kurzfilmwettbewerb #3
Eintritt: 5 €

4. April, 17:30Uhr, Audi Programmkino
Auswahl der Jugend Jury
Eintritt: 5 €

4. April, 20:00 Uhr, Audi Programmkino
20minmax Kurzfilmwettbewerb #4
Eintritt: 5 €

5. April, 20:00 Uhr, Audi Programmkino
Brand Films Special
Eintritt: 5 €

6. April, 20:00, Kulturzentrum neun, Elisabethstr. 9a
20minmax Closing Night
Preisverleihung und Party
Eintritt 6 €, Abendkasse 7 €

 

www.20minmax.com

 

Fotonachweis | © Julie Boehm | Film "Paris you got me" | Freitag 29. März ab 20 Uhr in der Werkstattbühne des Stadttheaters

 

348 tanztage19Ingolstadt | Ingolstadt hat wieder ein Tanzfestival. Das Kulturzentrum neun veranstaltet dieses Jahr zum ersten Mal ein Tanzfestival. Ziel ist es, zeitgenössischen Tanz in allen Facetten wieder in der Stadt zu verankern. „Die Tanztage Ingolstadt 2019“, so der schlichte Titel der ersten Edition des Festivals, dauern vom 9. bis 16. März.

Eröffnung 9. März | Eintritt frei! in der P3

Eröffnet werden die Tanztage am Samstag, 9. März, um 20 Uhr, im P3 (Peisserstraße 3) mit dem Kick-Off der Reihe „Werkstücke Tanz“. Mehrmals im Jahr werden künftig professionelle Tänzer/-innen und Performer/-innen eingeladen, ihre aktuellen Werke zu zeigen und so dem Publikum einen Blick auf individuelle, nicht institutionalisierte Performancearbeit zu ermöglichen. Den Auftakt leisten die israelische Tänzerin Kerem Shemi, der Münchner Mathias Schwarz im Duett mit Ornella De Masi, die Düsseldorfer Sören Niewelt und Jessica Larbig mit Yamile Anaid Navarro Luna und Marion Plantey mit der jungen Wamma Young Company.

Weiter geht es am Montag, 11. März, um 20 Uhr, im Kulturzentrum neun (Elisabethstraße 9), mit dem 1992 gegründeten, russischen Chelyabinsk Contemporary Dance Theatre um Olga Pona. Sie stellt in „Different“ die Frage nach dem Wesen des Tanzes und enthüllt die Persönlichkeiten der Tänzerinnen, die bei der Arbeit in einer Company oft hinter synchronen Bewegungen und körperlicher Ähnlichkeit zurücktreten.
Aus Italien stammt die gefeierte imPerfect Dancers Company, eine an die Oper Pisa angeschlossene Company. Sie bringt am Samstag, 16. März, um 20 Uhr, im Kulturzentrum neun ihre Produktion „Lady Macbeth“ auf die Bühne. Das Werk ist inspiriert von Shakespeares zeitloser Tragödie und konzentriert sich hierbei auf die vernichtende Liebesgeschichte zwischen Macbeth und seiner Frau - ein Drama über Leben und Tod und die mehrdeutigen und vielschichtigen Beziehung zwischen den Menschen.

Workshops
Workshops für Kinder
Neben den Bühnenabenden nehmen die Workshops der „Tanztage Ingolstadt 2019“ einen wichtigen Teil ein. Das erfahren schon die jüngsten Teilnehmer/-innen in den Kindertanzworkshops (für Jungen und Mädchen zwischen acht und zwölf Jahren) zum Thema „Nils Holgersson“ am Wochenende vom 9. und 10. März. Diese bereiten die Kinder darauf vor, am 10. März bei der Aufführung des Kindertanztheaters „Nils Holgersson“ (für Kinder ab vier Jahren) mit den professionellen Tänzern/-innen um Choreographin Judith Seibert auf der Bühne zu stehen.
Die Workshops finden am Samstag, 9. März, von 11 bis 13.30 Uhr und am Sonntag, 10. März, von 13 bis 14.30 Uhr, in der „Tanzwerkstatt“ (Manggasse 8) statt.
Aufführung des Kindertanztheaters
Die Aufführung des Kindertanztheaters „Nils Holgersson“ ist am Sonntag, 10. März, um 16 Uhr im P3 (Peisserstraße 3)


Workshops für Erwachsene
Erwachsene hingegen sollten sich den 9. März reservieren. An diesem Tag lehren die Tänzer/-innen der Reihe „Werkstücke Tanz“ ihre Kunst in drei einstündigen Kurz-Workshops.
- 14 bis 15 Uhr: Kerem Shemi: From Kung Fu into Dance (Workshop in Englisch)
- 15.30 bis 16.30 Uhr: Mathias Schwarz: Floorwork
- 17 bis 18 Uhr: Sören Niewelt und Jessica Larbig: Partnering – 60 Minuten Zweisamkeit

Unter dem Titel „Eintauchen in die Welt der imPerfect Dancers“ (Workshop in Englisch) lädt am Freitag, 15. März, von 19 bis 21 Uhr die imPerfect Dancers Company dazu ein, Einschränkungen in Fähigkeiten zu transformieren.
Den Abschluss der Workshops bildet der Amerikaner Rusty Lester am 16. März, von 12.30 bis 16.30 Uhr mit seiner Unterweisung in „Taji meets Tanz“.
Die Workshops finden alle in „Die Tanzwerkstatt“ (Manggasse 8) statt.

Zum letzten Mal gab es zeitgenössischen Tanz der Freien Szene in Ingolstadt vor vier Jahren, damals veranstaltet vom Kulturwerk. Die nun erste Auflage der „Ingolstädter Tanztage 2019“ verantwortet das Kulturzentrum neun. Die neun ist Teil der Gemeinnützigen Ingolstädter Veranstaltungs GmbH, eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stadt Ingolstadt.
www.neun-ingolstadt.de

Kontakt für Pressefragen:
Gemeinnützige Ingolstädter Veranstaltungs GmbH
Marion Benz, Telefon 0841 305-46618

Kontakt für Festivalfragen:
Kulturzentrum neun
Matthias Neuburger, Telefon 0841 305-46607

 

Foto: © photo DanceArt

 

KUS screenshotPfaffenhofen | Der Landkreis Pfaffenhofen hat schon seit langem die Kultur - und Kreativwirtschaft als wichtig für die Region erkannt und aktiv gefördert. Jetzt lädt sie die Kreativen zu einer Umfage ein, um gezielt von den Unternehmen der zwölf Branchen sowie den Frei-, Kunst- und Kulturschaffenden zu erfahren, was an unterstützung gebraucht wird. Auf Basis der Ergebnisse sollen dann in den nächsten zwei Jahren maßgeschneiderte Veranstaltungsformate wie praxisorientierte Workshops, Netzwerkveranstaltungen, Beratungen und Mitmach-Konferenzen stattfinden. Ziel ist, die Akteure zu stärken, auch in ihrem unternehmerischen Selbstverständnis. Zugleich soll die Branche intensiver und nachhaltiger vernetzt werden und als bedeutender Wirtschaftsfaktor sichtbar gemacht werden.

An online Umfrage teilnehmen!
Den Link zur Teilnahme finden Sie hier:
https://www02.surveygrid.com/online/JJ4V/kkw2019

Die Umfrage ist geöffnet bis Freitag, 8. März 2019. Eingeladen sind alle Akteure oder Unternehmer*innen der kreativwirtschaftlichen Branchen - Musikwirtschaft, Buchmarkt, Kunstmarkt, Filmwirtschaft, Rundfunkwirtschaft, Markt für darstellende Künste, Designwirtschaft, Architekturmarkt, Pressemarkt, Werbemarkt sowie die Software-/Games-Industrie.

Der Landkreis Pfaffenhofen führt diese Umfrage und später dann auch die passgenauen Angebote aus EU-Fördermitteln (LEADER) durch. Das bedeutet, dass der Landkreis ganz gezielt nach Fördermitteln sucht, um ebenso gezielt die Kreativwirtschaft fördern zu können.

Nächste Branchentreffen und Veranstaltungen

19. Februar 2019 | EINLADUNG zur Netzwerkveranstaltung „Kreative im Gespräch“ | 19. Februar 2019, 19.30 Uhr – 21.30 Uhr, Atelier Anita Hörskens, Senefelder Str. 7, 85276 Pfaffenhofen

09.April 2019 | Kollegiale Beratung „Preisgestaltung. Welchen Preis bin ich mir Wert?“ | In Zusammenarbeit mit dem Kompetenzteam Kultur- und Kreativwirtschaft München | 09.00 – 12.00 Uhr, Akademie Altes Spital, Kirchstr. 9, 86558 Hohenwart

Mehr Informationen www.kkw.kus-pfaffenhofen.de.

Der Landkreis Pfaffenhofen führt diese Umfrage und später dann die passgenauen Angebote aus EU-Fördermitteln (LEADER) durch. Aktiv unterstützt und gezielt gefördert wird die kreative Branche seit etwa 2014 durch Landrat Martin Wolf sowie Johannes Hofner, dem Vorstand des Kommunalunternehmens Strukturentwicklung KUS, der Wirtschaftsförderung des Landkreises. Seitdem werden regelmäßig Veranstaltungen, Tage der offenen Türen oder Beratungen durchgeführt. Besonders interessant dabei die Kreativ-Bustouren durch den Landkreis, wo man vom Filmstudio über bis zum Atelier viele Einblicke bekommt, hier ein kleiner Film von der ersten KUS.Kreativ.Tour. durch den Landkreis.

Bildnachweis: Aufmacherbild Screenshot der Website der KUS, 22.2.2019

348 blvkk 3Ingolstadt | Der bayerische Landesverband für Kultur- und Kreativwirtschaft (in Gründung) hat jetzt eine Adresse www.blvkk.de. Zum Launch ihrer Verbands-Website kamen aus ganz Bayern Unternehmer*innen und Akteure der verschiedenen Kreativwirtschaftsbranchen nach Ingolstadt. Theaterleiterin Leni Brem-Keil hatte die Kreativen für dieses zweite Gründungs-Treffen ins Altstadttheater Ingolstadt eingeladen. Sigrid Diewald (schnellervorlauf GmbH Ingolstadt) präsentierte die Seite und bekam ein einstimmiges und begeistertes Go! Es geht sichtbar voran. Bis Ende des Jahres wird auch der kreative Dachverband stehen, darauf haben sich alle inzwischen verständigt. Andere Fachverbände und Vereine aus den zwölf KuK-Branchen, z.B. aus der Musikwirtschaft, sind bereits bei der Errichtung des gemeinsamen Daches dabei, informiert Carola Kupfer vom Forum Kultur- und Kreativwirtschaft Regensburg e.V., eine der Initiatorinnen. Die Ziele des BLVKK als wirtschaftlicher Interessensverband sind in Grundzügen klar: es geht um Lobbyarbeit und Vernetzung, mehr Sichtbarkeit der Branche, um Förderprogramme und Projekte, aber auch ganz praktisch um möglichen Rechtschutz und Versicherungen.

Christian Rost aus Leipzig hat eine solche landesweite Interessensvertretung schon erfolgreich gegründet - Kreatives Sachsen, das Sächsische Zentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft. Deutschlandweit ist dies die erste Fördereinrichtung, die „aus der Branche für die Branche“ von der Kultur- und Kreativschaffenden selbst getragen wird. Von Sachsen lernen also? Es war ein Austausch von Akteuren, die sich über schon jahrelange Arbeit etwa im Bundesnetzwerk Kreatives Deutschland kennen und immer wieder gegenseitig unterstützen. Sabine Gollner (KÜKO – Künstlerkolonie Fichtelgebirge) moderierte das Gespräch  und sie steht auch beispielhaft dafür, dass strategisches Vernetzen und gezieltes Unterstützen der Kreativen eine ganze Region wirtschaftlich und kulturell voranbringen kann. Für ihr Konzept und ihren Erfolg für die Region um Bad Berneck wurde sie kürzlich mit dem 2. Platz des Bayr. Tourismuspreises gewürdigt. Jahrelanges Engagement, Vernetzen, Ermutigen, Überzeugen gingen dem voraus - die Arbeit für den noch vergleichsweise jungen Sektor der Kultur- und Kreativwirtschaft erfordert langen Atem.

Der bayr. Dachverband für Kreativwirtschaft soll vor allem Ansprechpartner für Politik, Verwaltung und die klassische Wirtschaft sein. Er muss Lobbyarbeit leisten, Förderprogramme auf den Weg bringen und an die Kreativen vermitteln, vor allem aber auch die Anforderungen eines Programmes oder Gesetzes an die Arbeitsstrukturen der Kreativwirtschaft anpassen. Arbeit also, die über ehrenamtliches Engagement nicht zu leisten ist, professionelle, leistungsfähige Strukturen werden gebraucht. Die KUK ist wirtschaftlich insgesamt stark, doch sie ist kleinteilig, sehr heterogen, schwer zu fassen. Mit einem Interessensverband macht sie es den politisch Verantwortlich künftig leichter, Kontakt aufzunehmen und fachlichen Input zu bekommen. Oliver Wittmann von bayernkreativ informierte darüber, dass bald auch die Fortschreibung des Kreativwirtschaftsbericht Bayern geben werde (Daten und Bericht von 2016: hier) und es damit bald auch neue Zahlen und Informationen zu aktuellen Entwicklungen in Bayern gäbe.

Die Vorteile eines kreativen Dachverbandes für Politik und Wirtschaft sind klar, doch was könnte der Mehrwert für das einzelne Mitglied sein, was verbessert sich für die Akteure mit dem Landesverband? "Sind wir dann nur besser sichtbar oder bringt der Dachverband auch konkret etwas für die Kreativen vor Ort", fragte Leni Brem-Keil, die seit längerem die kreative Vernetzung auch in Ingolstadt mit voranbringt. Beratungen, Weiterbildungen, branchenübergeifende Vernetzung, fachlicher Austausch, Richtlinien und Standards, Serviceangebote – davon könnten alle profitieren. Bis dahin ist noch Aufbauarbeit zu leisten und so wird es weitere bayernweite Vorbereitungstreffen geben. Den BLVKK i.Gr. ist mit seiner virtuellen Adresse nun erst einmal online präsent und sichtbar. www.blvkk.de .   Petra Kleine

Informationen in Ingolstadt, auch zum regionalen Netzwerk und zur Gründung eines lokalen Interessensvereines, bekommen Interessierte über Sigrid Diewald | Freies Akteurs-Netzwerk Ingolstadt | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Fotos: ©Petra Kleine

Kunstempfang2019 348 2Ingolstadt | Stark, selbstbewusst und in großer Einmütigkeit startete die Ingolstädter Kunst- und Kulturszene ins neue Jahr 2019. Mit ihrem Neujahrsempfang in der Harderbastei wollten sie vor allem eines: Feiern, die Kunst und auch sich selbst. Eingeladen hatten erstmals gemeinsam der Berufsverband Bildender Künstler Ingolstadt & Obb. Nord (BBK), der Kunstverein Ingolstadt, die Kunst- und Kultur Bastei mit der Kinder- und Jugendkunstschule, die Kunst- und Kulturwerkstatt KAP94 sowie der Verein Künstler an die Schulen. Seite an Seite mit ihnen an diesem Abend auch Stadttheater-Intendant Knut Weber und Simone Schimpf als Direktorin des Museums für Konkrete Kunst. Für beide gab es ausdrücklich unterstützende Statements, denn hier stehen aktuell die neuen Kammerspiele und der Museumsneubau in der politisch strittigen Diskussion, mit Millionen-Investitionen. Solch enorme Projektsummen kann die freie Kunstszene mit all ihrer Strahlkraft freilich nicht erwarten, doch sie plädierte vorbehaltslos für den Ausbau der großen, kulturellen Zentren der Ingolstädter Kulturlandschaft. Kulturreferent Gabriel Engert, stets wohlgelittener Gast in der Szene, unterstrich nicht nur, dass er alles daransetze die großen Kulturprojekte zu realisieren, er betonte auch den Wert der stetig wachsenden freien Szene für den „urbanen Zusammenhalt“. Kunst und Kunstfreiheit wurde von allen Seiten als wichtiger Beitrag für ein zukunftsfähiges Ingolstadt betont. Unverzichtbar und mitnichten ein Luxus. Mehr als 100 Projekte mit Kindern würden von Künstler an die Schulen umgesetzt schilderte Vorsitzende Viktorija Haderer die Dimension der Vereinsarbeit. Paula Gendrisch sprach für das KAP94, der freien Kulturwerkstatt im Künettegraben, inzwischen auch als Verein gegründet – Fördermitglieder willkommen! Werner Kapfer, „eigentlich ein optimistischer Mensch“, zeigte sich besorgt über den Streit zu den neuen Kulturbauten und rief zur konstruktiven Diskussion auf, um gemeinsam mit den Kreativen gute Lösungen zu finden. Hubert Klotzeck betonte für den Kunstverein den freudigen Aspekt des Abends und forderte launig zum (sich) feiern auf: "Wenn Trubel und wilde Zeiten anbrechen, soll man Fröhliches sprechen." Das übergreifende gemeinsame Kunstprojekt für 2019 stellte Beate Diao vor, es heißt „Wasser“. Alles fließt!

Fredrik Lindqvist | Zeitgenössischer Stoff

lindqvist348Der Künstler Fredrik Lindqvist bebilderte den Abend mit seiner aktuellen Ausstellung „The Cut“. Seine farbenprächtigen, textilen Holzschnitte sind Erzählungen aus dem hektischen urbanen Alltag, intime Einblicke in jugendliches Leben, Familienszenen, Phantasiegestalten, Märchenwelten, auch mal düster. Lindqvist fügt seine Bilder zu großflächigen, expressionistischen Collagen aus Stoffen und Mustern zusammen, bedruckt sie mit Holzschnitten, näht selbst mit der Hand zusammen, aufeinander, aneinander. Er hat damit eine einmalige Ausdrucksform geschaffen, die mal wie ein Comic anmutet, mal märchenhaft wirkt oder eine fantastische Welt skurriler Lebensformen ist – tierisch, menschlich, anekdotisch. Der gebürtige Schwede lebt und arbeitet in Ingolstadt, er hat an der Umeå Kunstakademie und der Kunstakademie Düsseldorf studiert. Große Museen wie das Britische Museum in London oder das Nationalmuseum Stockholm kennen seine Werke und kaufen sie inzwischen an. Hervorgehoben wird die außerordentlich sinnliche und hohe handwerkliche und künstlerische Qualität seiner Arbeiten. Ein trefflicher Rahmen also, für das Jahrestreffen der Künstlerinnen und Künstler unserer Stadt, seine Motive von buntem Volk in allen Lebenslagen. Einen aktuellen Katalog gibt es beim Künstler selbst fredrik-lindqvist.com oder über den BBK Ingolstadt.

 

Bilder vom Neujahrsempfang Kunst und Kultur 2019

 

Fotonachweis: © Petra Kleine
Bilder in der Kunstausstellung: Fredrik Lindqvist "The Cut" www.fredrik-lindqvist.com

 

 

Jens Rohrer Michael v BenkelIngolstadt | Michael von Benkel und Jens Rohrer sind feste Größen der Ingolstädter Autorenszene. Sie haben uns, gerade richtig für die kalte Jahreszeit und unter den Weihnachtsbaum, mit neuen Büchern beglückt - klug, verrückt, nachdenklich, märchenhaft – voll mit der Liebe zum Leben und dem Hang zur Übertreibung. Eine Warnung vorab: wenn man mal angefangen hat zu lesen, will man nicht mehr aufhören. Das gilt für beide Bücher, so unterschiedlich sie sind.

Michael von Benkel | Das Königreich der Inseln. Ein Kinderbuch nicht nur für Erwachsene

Märchen, heißt es, malen Bilder in unsere Köpfe. Die Bilder vom Königreich der Inseln werden blau sein, denn Luhi lebt auf dem blauen Planeten Moho. Alle Pflanzen und Bewohner sind hier blau, auch Luhi, der Held des Märchens. Luhis Heldenreise hat 12 Stationen, so wie es seit jeher bei den echten Helden ist, doch es muss ja nicht Odysseus oder Luke Skywalker sein. Luhi ist so jung, dass er noch zur Schule geht. Und weil er diesen Schulweg ganz alleine geht, kann hier für ihn ein Abenteuer beginnen, bei dem er viel über sich und die Welt und sich in der Welt lernt. Wenn der Autor Michael von Benkel eine Geschichte erzählt, hat die Zahl 12 immer eine besondere Bedeutung, ganz gleich, ob es ein Krimi ist oder eben ein Märchen. Es ist Benkels fünftes Buch (auch jedes andere ist zu empfehlen) und an dieser Stelle sollte vielleicht auch erwähnt werden: Der Ingolstädter Autor ist auch Strafrichter, am Amtsgericht Ingolstadt. Er kennt sich also bestens aus mit Geschichten, mit Wahrheit und Lüge und all dem was dazwischen liegt. Auch wenn vieles auf Moho anders ist, Freundschaft, Liebe und Hilfsbereitschaft sind auch auf diesem blauen Planeten wichtig. Beim Lesen – und vor allem beim Vorlesen – können wir gut darüber sinnieren, warum auf Moho oder auf der Erde alles so ist wie es ist und was sich ändern ließe. Benkels spürbare Liebe zum Leben und zum eigenen blauen Planeten Erde, sind es, die uns beim Lesen berühren. Seine Wortspiele machen großen Spaß und mit den gewitzten Umdeutungen von vermeintlich Bekanntem, verblüfft er uns. Wußten sie, dass man mit Geldsummen bezahlen kann? Na, dann summen sie mal! In Moho ist das jedenfalls möglich und führt zu ganz neuen Herausforderungen. Benkel erfindet 12 wundersam Inselgeschichten und so wunderbare Orte, wie ein Restaurant, in dem man sich an Bildern sattsehen kann. An seinem Buch kann man sich jedenfalls gar nicht genug sattlesen!

Michael von Benkel | Das Königreich der Inseln. Ein Kinderbuch nicht nur für Erwachsene. 9 €. Erschienen im bp-Verlag. Erhältlich im örtlichen Buchhandel oder beim Autor selbst. Ein kleines Highlight sind die Illustrationen im Buch, die von Benkels fünfjährige Enkelin gezeichnet hat. Das Titelbild ist gestaltet vom Künstler Franz Duna.

Isabella Kreim stellt Michael von Benkel und sein neues Buch im Kulturkanal vor - hier.

Jens Rohrer | Der Dreiungvierzigjährige, der aus der Haustür trat und spazieren ging | Kurzgeschichten

„Wie Kafka, nur lustiger“ das meint Jens Rohrer, der Dreiundvierzigjährige, selbst. Mit seinem neuen Erzählband steigert sich der Autor weiter ins Absurde und Unglaublich-aber-Wahre. Dabei ist längst nicht alles nur erfunden, manches kommt direkt aus der Wirklichkeit, sieht nur nicht jeder. Rohrer sieht‘s. Die Hufeisenniere, soviel ist sicher, ist echt und aus/in Jens Rohrer selbst. Aber wußten sie, was passiert, wenn man an einem Meisenknödel knabbert. Wird dann die Amsel in uns lebendig oder ist das nur unser ganz normaler Vogel, von Rohrer wieder mal ins Kafkaeske gezerrt. Die Non-Food-Produkte einer Kaffeekette sind (fast) alles echte Lifestyle-Produkte, die durch ihren Irrwitz Jens Rohrer zu einer Story inspirieren konnten, bei der er (fast) nichts dazuerfinden musste. Oder doch? Der Herrenslip mit Soundelementen (Bob Marleys Reggae-Song „Get up, stand up“ inbegriffen?) oder ein digitales Springseil ohne die lästige Schnur können doch keine marktfähigen Produkte sein. Wer denkt sich sowas aus und wofür? Sie werden überrascht sein, was es alles wirklich gibt, denn „jeden Tag steht ein Depp auf“. Doch ganz gleich, was die Kaffeekette sonst noch so erfindet, Rohrer erfindet mehr. Interviews mit Maria zum Beispiel. Und dann auch eins mit ihm, mit Josef. Weihnachtlich wird’s eher nicht, soviel sei verraten. Ein großer, kluger Spaß, der uns – zumindest für eine Weile – auch verändert, weil einem plötzlich vieles komisch oder alles normal vorkommt. Rohrer macht den Kopf frei oder Rohrfrei für den Kopf - war das jetzt von ihm oder von mir? Wer weiß das schon. Buch lesen!

Auch hier ein gestalterisches Highlight: das Umschlagmotiv ist von Paolo Lumpi gestaltet, aus der Serie „Der Mann mit der roten Jacke“, nur für Jens Rohrer gibt es ihn mit blauer Jacke.
Erschienen im bp-Verlag, 9 €. Zu kaufen m örtlichen Buchhandel oder beim Autor selbst. www.jens-rohrer.org

Isabella Kreim vom Kulturkanal Ingolstadt stellt Jens Rohrer im Interview vor - hier.

Fotonachweis | © Petra Kleine | K10

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