Freitag, 01 Februar 2019 13:58

Neujahrsempfang Kunst & Kultur 2019 | Fröhliches in wilden Zeiten

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Kunstempfang2019 348 2Ingolstadt | Stark, selbstbewusst und in großer Einmütigkeit startete die Ingolstädter Kunst- und Kulturszene ins neue Jahr 2019. Mit ihrem Neujahrsempfang in der Harderbastei wollten sie vor allem eines: Feiern, die Kunst und auch sich selbst. Eingeladen hatten erstmals gemeinsam der Berufsverband Bildender Künstler Ingolstadt & Obb. Nord (BBK), der Kunstverein Ingolstadt, die Kunst- und Kultur Bastei mit der Kinder- und Jugendkunstschule, die Kunst- und Kulturwerkstatt KAP94 sowie der Verein Künstler an die Schulen. Seite an Seite mit ihnen an diesem Abend auch Stadttheater-Intendant Knut Weber und Simone Schimpf als Direktorin des Museums für Konkrete Kunst. Für beide gab es ausdrücklich unterstützende Statements, denn hier stehen aktuell die neuen Kammerspiele und der Museumsneubau in der politisch strittigen Diskussion, mit Millionen-Investitionen. Solch enorme Projektsummen kann die freie Kunstszene mit all ihrer Strahlkraft freilich nicht erwarten, doch sie plädierte vorbehaltslos für den Ausbau der großen, kulturellen Zentren der Ingolstädter Kulturlandschaft. Kulturreferent Gabriel Engert, stets wohlgelittener Gast in der Szene, unterstrich nicht nur, dass er alles daransetze die großen Kulturprojekte zu realisieren, er betonte auch den Wert der stetig wachsenden freien Szene für den „urbanen Zusammenhalt“. Kunst und Kunstfreiheit wurde von allen Seiten als wichtiger Beitrag für ein zukunftsfähiges Ingolstadt betont. Unverzichtbar und mitnichten ein Luxus. Mehr als 100 Projekte mit Kindern würden von Künstler an die Schulen umgesetzt schilderte Vorsitzende Viktorija Haderer die Dimension der Vereinsarbeit. Paula Gendrisch sprach für das KAP94, der freien Kulturwerkstatt im Künettegraben, inzwischen auch als Verein gegründet – Fördermitglieder willkommen! Werner Kapfer, „eigentlich ein optimistischer Mensch“, zeigte sich besorgt über den Streit zu den neuen Kulturbauten und rief zur konstruktiven Diskussion auf, um gemeinsam mit den Kreativen gute Lösungen zu finden. Hubert Klotzeck betonte für den Kunstverein den freudigen Aspekt des Abends und forderte launig zum (sich) feiern auf: "Wenn Trubel und wilde Zeiten anbrechen, soll man Fröhliches sprechen." Das übergreifende gemeinsame Kunstprojekt für 2019 stellte Beate Diao vor, es heißt „Wasser“. Alles fließt!

Fredrik Lindqvist | Zeitgenössischer Stoff

lindqvist348Der Künstler Fredrik Lindqvist bebilderte den Abend mit seiner aktuellen Ausstellung „The Cut“. Seine farbenprächtigen, textilen Holzschnitte sind Erzählungen aus dem hektischen urbanen Alltag, intime Einblicke in jugendliches Leben, Familienszenen, Phantasiegestalten, Märchenwelten, auch mal düster. Lindqvist fügt seine Bilder zu großflächigen, expressionistischen Collagen aus Stoffen und Mustern zusammen, bedruckt sie mit Holzschnitten, näht selbst mit der Hand zusammen, aufeinander, aneinander. Er hat damit eine einmalige Ausdrucksform geschaffen, die mal wie ein Comic anmutet, mal märchenhaft wirkt oder eine fantastische Welt skurriler Lebensformen ist – tierisch, menschlich, anekdotisch. Der gebürtige Schwede lebt und arbeitet in Ingolstadt, er hat an der Umeå Kunstakademie und der Kunstakademie Düsseldorf studiert. Große Museen wie das Britische Museum in London oder das Nationalmuseum Stockholm kennen seine Werke und kaufen sie inzwischen an. Hervorgehoben wird die außerordentlich sinnliche und hohe handwerkliche und künstlerische Qualität seiner Arbeiten. Ein trefflicher Rahmen also, für das Jahrestreffen der Künstlerinnen und Künstler unserer Stadt, seine Motive von buntem Volk in allen Lebenslagen. Einen aktuellen Katalog gibt es beim Künstler selbst fredrik-lindqvist.com oder über den BBK Ingolstadt.

 

Bilder vom Neujahrsempfang Kunst und Kultur 2019

 

Fotonachweis: © Petra Kleine
Bilder in der Kunstausstellung: Fredrik Lindqvist "The Cut" www.fredrik-lindqvist.com

 

 

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