Freitag, 29 April 2016 20:55

Kunst im neuen Sportbad | Werner Kapfer „Farbchromatik Sommertag“

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WernerKapferMontage 348Ingolstadt | Sechs Künstlerinnen und Künstler des BBK Ingolstadt und Oberbayern Nord lud die Stadt Ingolstadt zu einem Wettbewerb für die künstlerische Wandgestaltung im neuen Sportbad ein – Dorina Csiszar, Reinhard Dorn, Werner Kapfer, Fredrik Lindqvist, Karin Roth und Viktor Scheck.

An der Westseite der Schwimmhalle stand für die Umsetzung eine zweiteilige, etwa 27 m breite Fläche für ein Fliesenmosaik bereit. Die städtische Jury aus dem Kulturreferenten Gabriel Engert, Thomas Hehl, Geschäftsführer der Stadtwerke Freizeitanlagen GmbH und Bauherr des Sportbades, dem Architekturbüro Krieger, Michael Schölß, BBK, und dem Kulturausschuss entschied sich für den Entwurf „Farbchromatik Sommertag“ von Werner Kapfer. Kapfer befasst sich als bildendender Künstler intensiv mit Farbe und ihrer energetischen Wirkung - aufeinander und in unterschiedlichen Raumsituationen. Eine Thematik übrigens, die auch in der konkreten Kunst eine Rolle spielt - ein schöner Bogen, der nun unversehens zwischen dem neuen Bad und unserem Museum für konkrete Kunst entstanden ist.

Mit seinem Werk "Sommertag" stellt Kapfer eine Verbindung zwischen der Architektur und dem nahen Glacis her, das sich im Westen an die Schwimmhalle anschließt. Das Mosaik spielt mit den Farben sonnendurchfluteten, grünen Laubes und den Spiegelungen im Wasser. Gelbe und grüne Farbtöne setzen einen warmen, sonnigen, energiereichen  Akzent in der Schwimmhalle, die sonst eher kühl - weiß, grau, blau, Edelstahl, Glas - gehalten ist. Der Sommertag hat die Kraft, in der gesamten, großen Schwimmhalle nicht nur sichtbar zu sein, sondern auch Wirkung zu entfalten. 

Farbe ist nicht nur ein "Lebensmittel",
sie ist eines der wenigen Genussmittel
das auch noch Aussagekraft besitzt,
ihr bewusster Einsatz kann den Alltag bereichern.
Werner Kapfer

Kapfers Entwurf wurde im Mettlacher Werk vom Fliesenhersteller Villeroy & Boch umgesetzt. Die Fotos zeigen die Abnahme der Wandmosaiken am Firmensitz von Villeroy & Boch in Mettlach. Teilnehmer waren, neben dem Künstler, die Stadt Ingolstadt, die Stadtwerke Freizeitanlagen, das Büro Krieger Architekten, die Firma Nerlich & Lesser, Mosaikatelier und weitere Firmenvertreter von Villeroy & Boch.

Eine Anforderung des Kunst-Wettbewerbes war auch, Jugendliche mit einzubeziehen. So traf sich StreetArtig, die Jugendgruppe der Kunst- und Kulturbastei, jeweils einen Nachmittag mit jedem der sechs Künstlerinnen und Künstler. Diese stellten ihren Entwurf zur Diskussion und gingen mit den Jugendlichen in konstruktive Kunstkritik, nahmen Vorschläge mit auf. Unter der Leitung von Beate Diao schulten die jungen Kunstinteressierten so nicht nur ihr Urteilsvermögen, sondern brachten ihre 3 Favoriten als Empfehlung in die Jury ein. Und, soviel darf gesagt werden, der Sommertag war dabei.

Erwähnenswert ist noch, dass die Idee zur Kunst am Bau erst spät aufkam, als das Bad schon halb gebaut war. Farben und Materialien wurden den Künstlern in engem Rahmen vorgegeben: 10x10 cm-Fliesen aus einer sorgsam zusammengestellten Farb-Material-Palette für das Sportbad, die sogar im Gestaltungsbeirat (positiv) beraten worden war. Dass sich tatsächlich so spät noch eine Fläche ergab, um künstlerische Gestaltung nicht nur gut, sondern sogar prominent zu platzieren, dafür ist den Stadtwerken und den Architekten Krieger ausdrücklich zu danken. 

Seit 26. April ist nun die Farbchromatik Sommertag als Mosaik im neu eröffneten Bad an der Jahnstraße zu sehen.

Zur gelungenen Architektur, die sich, individuell und ortsbezogen gestaltet, in den schmalen Raum zwischen Stadteinfahrt, Festungsbau und Grünring einfügt, und zu den technischen Finessen (einmalige Hubtechnik) des Sportbades schreibt begeistert die Bayerische Staatszeitung  "Auf die Plätze – fertig – schwimm."

Die Entstehung der Farbchromatik beschreibt der Künstler selbst in: Making of ... Sommertag | Von Werner Kapfer

Fotonachweis: ©Werner Kapfer;
Foto Panoramaansicht auf die Mosaikwand: Fotograf Johannes Hauser (c) Werner Kapfer

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