Freitag, 08 November 2013 21:52

Ben Muthofer | Video & Künstlergespräch | Erste Faltung in der Gießereihalle

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Ben Muthofer Ben Muthofer

muthofer interviewAm Freitag, den 15. November, lädt Galeristin Mariette Haas zur Vernissage, bei der die Künstler Ben Muthofer und Peter Weber gemeinsam „Faltungen“ ausstellen. Ben Muthofer, 75, zählt zu den konstruktiv-konkreten Künstlern und kann auf internationales Renommee verweisen. Er lebt und arbeitet seit 1995 in Ingolstadt, auf dem Atelierhof an der Peisserstrasse. Wir stellen Ben Muthofer in einem Künstlergespräch vor, das Simone Schimpf, Direktorin des Museums für Konkrete Kunst, bei Jubiläumsfest „25 Jahre Freundeskreises Konkrete Kunst“ mit ihm führte.

 

 

 faltung 166x269Muthofers „Faltung“ war das erste Kunstwerk, das 1988 im Skulpturengarten aufgestellt wurde, also noch lange bevor das Museum selbst 1992 eröffnet wurde. Die Entstehungsgeschichte dieses Kunstwerkes ist voller spannender Ingolstädter Geschichten und Personen. So wollte Muthofer sein Werk eigentlich auf der Grünfläche vor dem Neuen Schloss aufstellen, doch die bayerische Schlösser- und Seenverwaltung war damals dagegen.

 „Man wollte wohl keine weiße, neun Meter hohe weiße Metall-Skulptur vor dem historischen Schloss, so war das eben damals.“

Doch er habe in Ingolstadt in dieser Zeit viel Interesse und höchst professionelle Unterstützung gefunden – beim damaligen Kulturreferent Dr. Siegfried Hofmann oder bei Peter Volkwein, dem ersten Museumsleiter des MKK. Muthofer erzählt davon, wie beim Wein am Viktualienmarkt die Kooperation mit Dr. Norbert Müller, dem damaligen Chef von Schubert & Salzer, zustande kam. Ein offener und kunstsinniger Unternehmensleiter der mit der Kunst auch gleich eine soziale Idee verbunden hat.

Ein echtes Highlight dieses Künstlergesprächs war dann auch die Entstehung der „Faltung“. Hergestellt wurde die weiße Skulptur zum größten Teil zusammen 30 Lehrlingen in der Gießereihalle der Schubsa. Hier wurden die großen, schweren Bleche geschnitten, gefräst und für die Schweißerei vorbereitet.Die Skulptur war zunächst etwa 2 m höher geplant, doch das war in der Gießerei nicht unterzubringen, dafür hätte man die Becken vergrößern müssen. Also wurde das maximum dessen genommen, was die Industriehalle hergab. Kunst verläßt eben oft das bestehende Maß und macht so alle zu aktiven Beteiligten an seiner Entstehung, wird im Wortsinn auch zu einer sozialen Skulptur. (Video etwa ab Min. 7:00).

Kunstfaltung in der Gießerei

Heute plant die Stadt genau hier, in diesem historischen Industriegebäude den Neubau des MKK. Seit mehr als 10 Jahren mäandert die  Diskussion um diesen Neubau zwischen verschiedenen Entwürfen und Standorten. Nun ist das neue Museum für Konkrete Kunst und Design in der Gießereihalle endlich angekommen – da wo die „Faltung“ von Ben Muthofer entstanden ist, das mit zur Gründungsgeschichte der Konkreten Kunst in Ingolstadt gehört.

 

 Museumsleiterin Simone Schimpf im Künstlergespräch mit Ben Muthofer, Juli 2012

 

"Faltungen" | Ben Muthofer - Peter Weber

Dauer der Ausstellung: 15.11. bis 21.12.2013

Eröffnung: Freitag, 15. November 2013, 19 Uhr Galerie Mariette Haas, Neubaustr. 2

 

 

 

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